Vermisste Personen im Wald als unangekündigte Einsatzübung

,

Bei einer unangekündigten Einsatzübung trainierte die Bergungsgruppe des OV Ulm vergangenen Abend die Suche und Rettung mehrerer vermisster Personen unter realitätsnahen Bedingungen. Das angenommene Szenario: Mehrere Bewohner eines nahegelegenen Wohnheims für Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen waren von einem Tagesausflug nicht zurückgekehrt und galten als vermisst.

Mitalarmiert wurde auch die Fachgruppe N (Notinstandsetzung). Deren Aufgabe bestand darin, das Waldgebiet großflächig auszuleuchten und dadurch sichere Bedingungen für die Such- und Rettungsmaßnahmen zu schaffen. Hierfür kamen der Lichtmast der Netzersatzanlage (NEA), mehrere LED-Scheinwerfer sowie LED-Flächenleuchten zum Einsatz. Damit konnte das betroffene Waldstück nahezu taghell ausgeleuchtet werden.

Systematische Suche und erste Rettungserfolge

Während die Fachgruppe N die Beleuchtung aufbaute, begann die Bergungsgruppe bereits damit, das zugewiesene Waldgebiet in einer Suchkette systematisch abzusuchen. Schon nach kurzer Zeit konnte die erste vermisste Person aufgefunden werden. Sie hatte offenbar selbstständig einen Jägerhochsitz bestiegen, konnte diesen jedoch nicht mehr eigenständig verlassen. Unsere Helfer errichteten daraufhin ein geeignetes Sicherungssystem, mit dem die Person mithilfe einer Sicherheitsleine gesichert werden konnte. Anschließend stieg sie unter Begleitung und Sicherung eines Helfers über die Leiter sicher wieder hinab.

Wenig später wurde eine zweite Person mitten im Wald entdeckt. Aufgrund ihres kritischen Zustands bestand der Verdacht, dass sie infolge ihrer Diabeteserkrankung eine Unterzuckerung erlitten haben könnte. Die Person wurde mithilfe einer Schleifkorbtrage zur eingerichteten Verletztenablage transportiert, wo weitere Maßnahmen erfolgen konnten.

Herausfordernde Rettung aus einem Holzpolter

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass noch eine dritte Person vermisst wurde, die sich im Wald aufgehalten hatte. Um sie zu finden, wurde erneut eine groß angelegte Suchkette gebildet und das verbliebene Waldgebiet systematisch abgesucht. Schließlich konnte die Person in einem Holzpolter lokalisiert werden. Sie lag unter mehreren, jeweils über fünf Meter langen Fichtenstämmen. Da keine Lebenszeichen erkennbar waren, stellte die Situation die Einsatzkräfte vor eine besondere Herausforderung.

Da die Feststellung des Todes im Rahmen des Übungsszenarios nicht durch die eingesetzten Helfer erfolgen konnte, wurden alle notwendigen Maßnahmen für eine möglichst patientengerechte Rettung eingeleitet. Zunächst sicherten die Helfer die Stämme gegen unkontrollierte Bewegungen. Anschließend wurden diese mithilfe von Hebekissen und einem hydraulischen Heber vorsichtig angehoben. Mehrere Einsatzkräfte übernahmen dabei die zusätzliche Sicherung, um ein weiteres Verrutschen der Stämme zu verhindern. So konnte die Person schließlich aus ihrer misslichen Lage befreit und gerettet werden.

Übungsziel deutlich vor der geplanten Zeit erreicht

Für die Übung hatten die Unterführer der Bergungsgruppe eine Dauer von etwa drei bis vier Stunden eingeplant. Tatsächlich konnten alle drei vermissten Personen bereits nach rund zweieinhalb Stunden gefunden und gerettet werden. Nach dem erfolgreichen Rückbau der eingesetzten Beleuchtungs- und Rettungsmittel ließen die Helfer den Abend gemeinsam ausklingen.

Realitätsnahe Übungen für eine bessere Einsatzbereitschaft

Unangekündigte Übungen dieser Art bieten eine wertvolle Möglichkeit, die Abläufe im Einsatzfall unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen. Neben der Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen lassen sich insbesondere die Ausrückzeiten erfassen und mögliche Verbesserungspotenziale erkennen. Auch bei dieser Übung wurde die Zeit vom Alarm bis zum Ausrücken dokumentiert: Bereits 25 Minuten nach der Alarmierung verließ das erste Fahrzeug den Hof mit Blaulicht und Sondersignal. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen uns dabei, unsere Abläufe kontinuierlich zu verbessern und für kommende Einsätze bestmöglich vorbereitet zu sein.

Letzte Beiträge

  • Vermisste Personen im Wald als unangekündigte Einsatzübung

    Vermisste Personen im Wald als unangekündigte Einsatzübung

    •

  • Ein Tag voller Action und Teamgeist: Notfallmediziner zu Gast beim THW OV Ulm

    Ein Tag voller Action und Teamgeist: Notfallmediziner zu Gast beim THW OV Ulm

    •

  • Der Ortsverband zu Besuch bei Christoph 22 in Ulm

    Der Ortsverband zu Besuch bei Christoph 22 in Ulm

    •

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner