Das Thema von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN) bekommt im Zuge der Zivilschutzfähigkeit immer mehr an Aufmerksamkeit. Die sog. besonderen Gefahren, die sich früher in die Kategorien atomar, biologisch und chemisch (ABC) gliederten, wurden schon unter der Amtszeit des früheren THW-Präsidenten Albrecht Brömme mehrfach ins Gespräch gebracht.
Die logische Folge war die Anpassung der personellen Zusammensetzung in den Bergungsgruppen oder Fachgruppen, wie etwa auch Räumen, die im Einsatz mit solchen Gefahren konfrontiert werden können. Das Ausbildungskonzept wurde dahingehend angepasst, dass bereits in der Grundausbildung die Grundlagen für den Einsatz unter CBRN-Gefahren geschaffen wird.
Atemschutzgeräteträger (AGT) des THW sind in der Lage unter solchen Gefahren eingesetzt zu werden, um technische Hilfe zu leisten oder auch die Rettung bzw. Bergung von Personen, Tieren oder Sachwerten durchzuführen. Hierfür durchlaufen die Anwärter eine Ausbildung mit insgesamt 24 Ausbildungsstunden und lernen dabei nicht nur die Geräte, sondern auch die körperlichen Herausforderungen kennen. Um diese Qualifikation aufrecht zu erhalten ist es nicht nur notwendig die körperliche Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten, sondern auch einmal im Jahr die Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen (wir berichteten).
Im weiteren Verlauf ist es möglich die sog. “Atemschutzausbildung Teil 2” zu durchlaufen, welche die bereits spezialisierten Einsatzkräfte noch weiter fordert und befähigt. Ziel der Ausbildung ist es, nicht nur unter den erwähnten Gefahren in den Einsatz zu kommen, sondern auch diese zu erkennen, festzustellen, zu dokumentieren und deren Ausbreitung zu vermeiden.
Zur Ausbildung gehören Grundlagen der behelfsmäßigen Dekontamination, Mess- Spür- und Sondiermaßnahmen und auch die Beratung anderer (Führungs-) Kräfte im Einsatzfall.
Auch der Ortsverband Ulm verfügt über einen Ausbilder für dieses wissensintensive Thema. Unser Fachberater und langjähriger Zugführer Walter Link bringt themenbezogene Erfahrung als Berufssoldat in eben diesem Bereich ein und bildet regelmäßig sowohl AGT, wie auch die CBRN-Kräfte aus.
Zuletzt stellten sich im November 2025 insgesamt acht Teilnehmer dieser Ausbildung, wovon einer leider aufgrund fehlender körperlichen Leistungsfähigkeit abgelöst werden musste.

Die verblieben sieben absolvierten die Ausbildung mit Bravour. Egal ob es um die Grundlagen des Atemschutzes oder dessen Überwachung ging. Aber auch die theoretische Ausbildung von Gefahren und deren Auswirkung sowie ihre Leistungsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen in einem Schutzanzug oder mangelnder Einsatzzeit konnten sie beweisen.


Während der Ausbildung gehörten der Auf- und Abbau von Dekonstellen, wie auch der Einsatz bei Notfallsituationen, veränderten Einsatzbedingungen und auch der Betrieb von Maschinen oder Fahrzeugen, unter besonderen Schutzmaßnahmen, zum Inhalt. In einer Abschlussübung, bei der auch aktive Kräfte aus Ulm auf einem militärischen Übungsplatz teilnahmen, konnten die Teilnehmer Ihr neues Wissen praktisch und in verschiedenen Situationen anwenden.



Wir freuen uns im Regionalbereich Biberach diese sieben neuen Fachkräfte bestätigen zu können, wünschen in allen Einsätzen Erfolg und werden auch 2026 wieder derartige Ausbildungen anbieten.



