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Ausbildung für den Katastrophenschutz

Ein Bericht von: Walter Link

Tozeur Ausbildung Im Süden Tunesiens“

 

Zwei Wochen modifizierte THW Basisausbildung. Dieses mal im Süden Tunesiens am Rande der Sahara in der Stadt Tozeur mit 45 Freiwilligen davon die Hälfte Frauen und den in Deutschland geschulten Ausbildern des Tunesischen Zivilschutz (Protection Civil) waren ein großes Geschenk für beide Seiten.
Am besten drückt sich das vielleicht in einem zufälligen Gespräch mit einem Colonel aus, der für die Organisation des Projektes auf tunesischer Seite zuständig ist. Er erzählte: wir haben mit einigen anderen Ländern auch Kooperationen, sie unterstützen uns mit Geld oder Material in Form von Krankenwägen und Geräten. Für mich ist aber gerade unser Projekt mit dem THW so wichtig weil sich hier Menschen begegnen. Weil wir Ausbilder zu euch kommen und eure Welt kennenlernen und weil ihr zu uns kommt und sich so in den Köpfen der Menschen hier etwas bewegt. Viele Väter deren Töchter teilnehmen wollten, sind herumgelaufen und haben sich überall erkundigt, was wird dort gemacht, was passiert dort mit meiner Tochter. Veränderung braucht Zeit aber die Menschen die aus unserem Projekt kommen haben neue Erfahrungen gemacht mit Menschen aus dem „gefährlichen und schlechten“ Europa. Wir sind Freunde geworden und die Sicht dieser Generation auf die andere und die eigene Welt hat sich geändert.

Aber auch für uns aus Deutschland ist es jedes mal eine wunderbare Erfahrung mit welcher Offenheit, Gastfreundschaft und ehrlicher Zuneigung einem diese Menschen begegnen. Ein Helfer unseres Teams musste schon am zweiten Tag der Ausbildung wegen einem familiären Todesfall wieder nach Deutschland zurückfliegen. Trotzdem war er bis zum letzten Tag für die Tunesier nicht vergessen und blieb so ein Teil unseres Teams. Sie haben sich erkundigt wie es ihm geht, ob er nochmal kommt und wir sollen ihm unbedingt Grüße sagen. Einige Tage später starb dann der Großvater einer Teilnehmerin und sie musste sofort zur Trauerfeier nach Hause zurück. Sie holten uns dazu und alle stellten sich auf dem Weg zum Tor entlang auf und verabschiedeten sie. Nachdem ihr Auto abgefahren war begann ein Ausbilder ein Gebet, in das sofort die ganze Gruppe einstimmte. Wir fragten dann ob wir Beileidswünsche übermitteln dürften und sie antworteten uns: Ihr könnt uns nach der Ausbildung heute Abend begleiten, wir werden sie alle zuhause besuchen.

Trotz dieser traurigen Ereignisse, war aber auch jeden Tag die Disziplin, Lebensfreude und die starke Gemeinschaft dieser Gruppe zu spüren, die sich erst zu dieser Ausbildung so zusammengefunden hat. Ich habe noch niemals zuvor Menschen erlebt die bei fast 30 C in voller Schutzkleidung so fröhlich und singend Sandsäcke gefüllt und gestapelt haben, oder bei der Rückfahrt von einer Übung im Fahrzeug drei Blecheimer hervorholten und damit getrommelt und gesungen haben. Die zwei Wochen waren angefüllt mit viel Arbeit und Erlebnissen. Deshalb war auch der Abschied schwer und mit einigen Tränen. Nicht jede Verbindung wird die Zeit überdauern und doch wird beim einen mehr beim anderen weniger aber immer etwas bleiben. Eine Gesellschaft lebt nicht von denen die zuschauen und kritisieren, sie lebt von denen die etwas tun.

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