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Übung an der Donau

Ein Bericht von: Benjamin Dangel

Szenario: Zerstörte Brücke über die Donau - Aufbau eines Behelfsstegs

 

Aufgabe diesen Samstag war es, einen begehbaren Überweg über die Donau herzustellen. Um die an dieser Stelle ca. 55m Breite Donau zu überwinden, kam unser Jetfloat-System zum Einsatz.

Mit von der Partie waren – neben den Helfer der Fachgruppe Wassergefahren – auch Helfer der beiden Bergegruppen und der Fachgruppe Räumen. Diese waren nicht nur zur personellen Unterstützung der Fachgruppe Wassergefahren mit an Bord sondern vor allem dazu, auch einmal einen Teil des Materials der Fachgruppe kennenzulernen und sich mit dem Aufbau und Betrieb vertraut zu machen. Auch war es für manchen Helfer der erste Einsatz am und auf dem Wasser.

Fahrzeugtechnisch waren MAN, GKW1 und Gabelstapler im Einsatz. Als Rettungs- und Sicherungsboot brachten wir unser Schlauchboot mit 4 PS Außenborder zu Wasser. Zusätzlich zum Jetfloat-System kam auch ein Teil unseres Fähren-Oberbaumaterials aus Aluminium zum Einsatz. Mit Hilfe der Fahrbahnkupplungen, die umgangssprachlich auch „Frösche“ genannt werden, lassen sich die Fahrbahnplatten zu einem Steg zusammenkoppeln. Jede einzelne Fahrbahnplatte ist schwimmfähig und hat eine Auftriebskraft von ca. 40kg. Dies ermöglicht – bei geringer Strömung – einen gefahrlosen und beinahe trockenen Gang über das Wasser.

Kurz nach dem Frühstück wurde zunächst die Einsatzstelle von den Unterführern besichtigt und mit Hilfe der Kranführer ein geeigneter Stellplatz für den MAN samt Heckkran gefunden. Es galt insgesamt 6 Meter Höhenunterschied von der Materialablage bis hinunter zum Wasser zu überbrücken, zum Einsatz kam daher die Seilwinde am Kran.

Nach einer kurzen Einweisung der Helfer in das Arbeiten an und auf dem Wasser, die Funktionsweise der automatischen Rettungswesten und das Auslösen des Rettungsdienstes, wurde dann zunächst das Schlauchboot zu Wasser gelassen und Unterstrom platziert. Es wurde vom Bootstrupp für den Rettungsdienst ausgerüstet und war somit in Bereitschaft falls während der Übung jemand ins Wasser fallen oder Material abtreiben sollte.

Anschließend begann der Aufbau der beiden Stege. Hierfür wurde das Material mit dem Gabelstapler an die Materialablage an der Donau transportiert und anschließend mit Hilfe der Seilwinde ans Wasser gekrant. Unten am Wasser nahmen zwei Trupps die Jetfloat- und Fahrbahnplattenelemente in Empfang und bauten parallel die beiden Stege in Stromrichtung am Ufer auf. Nach einer kurzen Absprache der beiden Trupps wurde der Jetfloat-Steg dann mit Hilfe von einigen Paddeln und dem Schlauchboot im Wasser aufgerichtet und die Verbindung zur anderen Uferseite hergestellt. Zum Betrieb einer dauerhaften Querungshilfe hätte jetzt nur noch ein Geländer montiert werden müssen. Der Fahrbahnplattensteg wurde dann mittig am Jetfloat-Steg verankert und in Stromrichtung aufgerichtet. Auf diesem ca. 15m langen Ausleger konnten die Helfer dann die Tragfähigkeit der Fahrbahnplatten austesten. Beim Belastungstest verteilten wir 8 Helfer auf dem Ausleger und keiner Stand weiter als bis zu den Sohlen im Wasser. Sehr beeindruckend!

Um die Ausbildung abzurunden haben wir dann noch einen Freiwilligen gefunden, der den anwesenden Helfern die Funktion unserer Rettungsweste demonstrierte. So konnte jeder Helfer einmal sehen, wie die automatischen THW-Rettungswesten im Ernstfall funktionieren und den im Wasser Treibenden samt Bekleidung in einer ohnmachtsicheren Lage über Wasser halten. Zudem konnte auch jeder Helfer einmal an die Pinne des Schlauchbootes und es gab eine kurze Einweisung in das Gerät und die Durchführung eines Mann-über-Bord Mannövers. Anschließend ging es dann an den Abbau der Stege, der wie der Aufbau in etwa 2 Stunden erledigt war. Insgesamt dauerte die ganze Übung von der Befehlsausgabe bis hin zum gemeinsamen Abschluss am Grill 7 Stunden.

Kurz-Info Jetfloat-System:
Im Ortsverband Ulm haben wir insgesamt 120m² des Jetfloat-Systems zur Verfügung. Dieses modulare System lässt sich sehr vielseitig und schnell aufbauen, der Kreativität sind dank des modularen Aufbaus kaum Grenzen gesetzt. Pro Qaudratmeter kann der Schwimmkörper mit bis zu 350kg belastet werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten könnten zum Beispiel Behelfsbrücken mit Traglasten von Fußgänger bis hin zu LKWs, schwimmende Arbeitsplattform, Bootsanleger oder auch kleine schwimmende Inseln mit Beleuchtung oder Pumpen sein.

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