Der OV Ulm informiert

Einsatz auf der Donau

Ein Bericht von: Benjamin Dangel

Bergung einer gekenterten Ulmer Schachtel

 

Am Abend des 27.07.2016 wurden wir von der Feuerwehr Ulm zur Bergung einer Ulmer Schachtel angefordert. Die Schachtel war wenig zuvor beim Anlegen am Ulmer Ufer auf Höhe des Metzgerturms gekentert. Alle an Bord befindlichen Passagiere konnten sich unverletzt an das Ulmer Ufer retten.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich nach der telefonischen Alarmierung 8 Helfer des Ortsverbandes ein und rückten mit MTW TZ, GKW 1 und dem MzAB „Jumbo“ aus in Richtung Bootskran Neu-Ulm bzw. Wasserplatz am Kraftwerk Böfinger Halde. Hier machten wir unsere schwimmende Arbeitsplattform einsatzbereit, koppelten das Schubboot an und machten uns dann mit voller Maschinenleistung auf den ca. 4km langen Weg stromaufwärts in Richtung Unglücksstelle.

Nach einer kurzen Lagebesprechung mit der Einsatzleitung vor Ort und den Kollegen des OV Neu-Ulm, der Feuerwehr, DLRG und der Wasserwacht begannen wir am späten Abend dann zusammen mit den OV Neu-Ulm mit der Bergung der gekenterten Schachtel. Plan war es, mit unserer Arbeitsplattform von Oberstrom über der kieloben auf Grund festsitzenden Schachtel zu „parken“, diese dann unter unsere Arbeitsplattform zu spannen, mit Kettenzügen anzuheben und dann stromabwärts an einen geeigneten Kranplatz zu schleppen. Unsere Arbeitsplattform stellte hierbei also eine Art schwimmenden Bergungskran dar.

Ein Bergungstaucher des OV Neu-Ulm befestigte zusammen mit den Kollegen des DLRGs hierauf ein Hebegeschirr aus Spanngurten an der Schachtel und sicherte die noch montierten Ruder an der Schachtel. Währenddessen entfernten wir jeglichen überflüssigen Oberbau von unserer Arbeitsplattform um möglichst viel Freibord zu erhalten und so über die Schachtel fahren zu können. Gesichert war unsere Arbeitsplattform zusätzlich über den Schlepphaken unseres Schubboots am Faster der Kollegen aus Neu-Ulm. Zusätzlich stand unser MzAB „Jumbo“ in der Flussmitte parat um gegebenenfalls beim Manövrieren oder Bremsen helfen zu können. Diese Vorsichtsmaßnahmen waren nötig, da die Donau in diesem Bereich auf Grund der aktuellen Wetterlage eine hohe Strömungsgeschwindigkeit hatte und nicht genau abzuschätzen war, wie viel „Angriffsfläche“ die Schachtel der Strömung unter Wasser nach Lösen vom Grund bot. Zudem war auch das DLRG mit Wasserrettern mit auf unserer Arbeitsplattform und mit ihrem Boot in Standby.

Nach der Positionierung über der Schachtel wurden die Kettenzüge am Hebegeschirr eingehängt und die Schachtel dann mit Hilfe dieser gleichmäßig gehoben bis die Schachtel schließlich direkt an unseren Hauptträgern anlag und aufschwamm. Die Arbeitsplattform hatte in der eingesetzten Bauweise eine Nutzlast von etwa 7 Tonnen, die Schachtel wog laut Besitzer ca. 5 Tonnen. Durch den Auftrieb der Holzkonstruktion im Wasser hingen effektiv etwa 2-2,5 Tonnen an unserer Plattform (errechnet über die Freibordhöhe).
Nach dem Lösen der Sicherungsleinen begann das Ablegemanöver weg vom Ulmer Ufer hin in Richtung Flussmitte. Wir legten vorsichtig vom Ufer ab und steuerten die Plattform in Richtung Flussmitte. Nach dem Ablegen wurde die Schleppleine zum Faster gelöst um eine bessere Manövrierbarkeit zu bekommen. Stromab reichte dann die Leistung des Schubbootes alleine aus um sicher mit der Strömung fahren und manövrieren zu können. Während des anschließenden Transports in Richtung Kraftwerk Böfinger Halde verfingen sich unterwegs noch Leinen und ein T-Shirt, die aus der Schachtel heraus getrieben wurden, in der Schraube unsere Schubboots und blockierten diese. Die beiden Sicherungsboote dockten daraufhin sofort Achtern an die beiden Pontons an und übernahmen den Antrieb und die Steuerung der Plattform anstelle des Schubboots. Währenddessen befreite ein Taucher des OV Neu-Ulm unsere Schraube von der Leine und dem T-Shirt so dass das Schubboot wieder übernehmen konnte.
Nach ca. 2 Stunden erreichten wir dann den Wasserplatz am Kraftwerk Böfinger Halde. Dort wurde die Schachtel wieder aus ihrem „Schwimmdock“ abgesetzt und kieloben treibend am Ufer vertäut. Anschließend wurde die Schachtel dann mit Hilfe des Ulmer Feuerwehr-Krans aufgerichtet und von den Kollegen des THW Neu-Ulm leergepumpt bis sie wieder schwimmfähig war und an ihren eigentlichen Anlegeplatz geschleppt werden konnte.

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